Sprachtherapie

I.) Allgemeines über Sprachtherapie

Sprachtherapie findet Anwendung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit folgenden Störungsbildern:

  • Störungen des Spracherwerbs bei allen Behinderungsformen
  • Kommunikationsstörungen
  • angeborene und erworbene zentrale Sprach- und Sprechstörungen
  • Stimmstörungen
  • Störungen des Redeflusses
  • Kau- und Schluckstörungen


Sprachtherapeutisch tätige Berufsgruppen sind:

  • akademisch ausgebildete Dipl.-Sprachheilpädagogen
  • Logopäden

Eine Sprachtherapie wird von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen bezahlt, wenn ein Kinderarzt, ein HNO-Arzt, ein Zahnarzt, Kieferorthopäde, praktischer Arzt oder ein Neurologe die Behandlungsbedürftigkeit feststellt und eine Verordnung (Rezept) ausstellt.

II.) Die Durchführung der Sprachtherapie an der Martin-Buber-Schule:

Behandlungsbedürftige Kinder der Martin-Buber-Schule werden von Mitarbeiterinnen der Sprachtherapeutischen Praxis Passon/Kolb in Einzelsitzungen behandelt.
Jeder Schüler wird einer genauen Diagnostik unterzogen, aus der der behandelnde Therapeut eine genaue Diagnose ableiten kann und so einen Behandlungsplan erarbeitet.
In der Diagnostik kommen standardisierte Testverfahren und Screenings zur Anwendung.

Unser Konzept sieht eine störungsspezifische Behandlung auf linguistischer Ebene vor. Angelehnt an neueste wissenschaftliche Forschungsergebnisse und erweitert durch unseren Erfahrungsschatz durch jahrelange Tätigkeit insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf können so deutliche Fortschritte bei jedem einzelnen Kind erreicht werden.
Die Eltern werden von den therapeutischen Maßnahmen unterrichtet, können während der Therapiesitzungen hospitieren und in Elterngesprächen ausführlich über häusliche und klasseninterne Fördermöglichkeiten beraten werden. Mit Klassenlehrern werden Absprachen zur klasseninternen Förderung getroffen.
Beispielsweise werden Kommunikationssysteme individuell für einzelne Schüler entwickelt, die sowohl im häuslichen Bereich, als auch in der Klasse Anwendung finden. Oft können auch sprachtherapeutische Zielsetzungen und Lerninhalte der Schule kombiniert werden. Auch der Austausch mit den an der Schule tätigen Ergotherapeuten und Krankengymnasten ist Bestandteil der sprachtherapeutischen Behandlung.
Generell bieten wir an, die Kinder während der Schulferien in den Räumen unserer Praxis zu behandeln. Dies hat auch den Vorteil, dass die Eltern dann unproblematisch an den Therapiesitzungen teilnehmen können oder dass Elternberatungsgespräche stattfinden können.

III.) Folgende Therapieansätze finden in der sprachtherapeutischen
Behandlung Anwendung:

  • Verschiedenste Therapiemaßnahmen zur Behandlung sämtlicher Artikulationsstörungen, grammatikalischer Auffälligkeiten, Wortschatzdefizite und Sprachverständnisstörungen (je nach Entwicklungsstand des einzelnen Kindes)
  • Stimulationstherapie im Sinne von orofacialer Therapie in Anlehnung an die Konzepte nach Castillo-Morales, Padovan, P.N.F und F.O.T.T.
  • Verknüpfender Therapieansatz von sprachlichen und motorischen Leistungen nach Padovan
  • Sprach- und Sprechanbahnung unter anderem über die Methode des frühen Leselernens mit VSL (Passon/Kolb)
  • Sprach- und Sprechanbahnung mittels unterstützter Kommunikation (UK) mit Bildmaterial wie Metacom und Boardmaker sowie nach TEACCH und PECS
  • Unterstützte Kommunikation durch den Einsatz von Talkern
  • Phonem-Graphem-Festigung durch Einsatz verschiedenster Materialien wie Fühlbuchstaben, Materialien zur auditiven Analyse und VSL-Programm
  • Eingehende Schluckdiagnostik bei verschiedenen Syndromerkrankungen und sondenernährten Patienten auch mit der Möglichkeit der Begleitung zu ärztlichen Diagnostiken
  • Dysphagietherapie nach Castillo-Morales, Padovan und Coombes zur Verbesserung bzw. Ermöglichung der oralen Nahrungsaufnahme verbunden mit Essanleitung und –begleitung für Eltern und Lehrer um die Aspirationsgefahr möglichst gering zu halten und den betroffenen Schülern die Nahrungsaufnahme zur erleichtern
  • Stark strukturierende Maßnahmen wie z. B. TEACCH um z. B. autistischen Schülern Strukturierungshilfen zu geben und ihnen Kommunikation zu erleichtern
  • Der Einsatz von Regelspielen dient der Erhöhung der Frustrationstoleranz, der Übung des Anerkennens und Einhaltens von Regeln und der Erweiterung der Konzentrationsspanne bei gleichzeitiger sprachlich-kommunikativer Begleitung des Tuns