Deutsch

Sprechen, Lesen und Schreiben sind in unserer Gesellschaft von immens großer Bedeutung. Das gesprochene und geschriebene Wort bilden die Grundlage für die Partizipation an der Gesellschaft. Daher ist es für Schüler und Schülerinnen von besonderer Bedeutung, im Bereich Sprache möglichst hohe Kompetenzen zu erwerben, um sich ihre Umwelt zu erschließen und an der Gesellschaft teilzunehmen. Sprache hat grundlegende Bedeutung für die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung des Menschen. Daher ist es die Aufgabe der Schule, den Schülern und Schülerinnen grundlegende kommunikative Bildung zu vermitteln, damit sie in gegenwärtigen und zukünftigen Situationen handlungsfähig sind (vgl. KMK Bildungsstandards Deutsch). Lesen beinhaltet neben der Encodierung von bekannten Zeichen (Buchstaben) auch das Verstehen von Körpersprache, Handlungen, Bildern, Symbolen und Signalen. Schreiben bedeutet im erweiterten Sinne, sich auf unterschiedlichen Ebenen in kommunikativer Absicht auszudrücken (vgl. Bayerische Richtlinien, 2003). Der Einsatz von Körpersprache, Handlungen, Bildern, Symbolen und Signalen ermöglicht den Schülern, sich mitzuteilen, Aussagen über sich selbst zu machen, Kontakt zu seinen Mitmenschen aufzunehmen und in einen Dialog mit den anderen zu treten. Die unterschiedlichen Spracherfahrungen und die vorhandenen sprachlichen Kompetenzen sind die Basis und die Ansatzpunkte für die weitere Förderung der Sprachentwicklung und die Auswahl individueller Fördermaßnahmen.

Angelehnt an die Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in NRW wird das Fach Deutsch im schuleigenen Curriculum in vier Kompetenzbereiche und Schwerpunkte untergliedert.

Die vier Bereiche lauten
• Sprechen und Zuhören
• Schreiben
• Lesen – mit Texten und Medien umgehen
• Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Sprechen und Zuhören
Sprechen und Zuhören ist soziale Interaktion. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie sie eigene Gedanken und Gefühle ausdrücken, Informationen geben und verarbeiten, auf andere einwirken, Probleme klären, Entscheidungen treffen und mit anderen zusammen arbeiten können. In diesem Bereich wird verdeutlicht, dass differenzierte verbale sowie nonverbale Ausdrucksmöglichkeiten für eine gelingende Kommunikation erforderlich sind. Jedem unserer Schüler wird der Zugang zum Bereich „Sprechen und Zuhören“ im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten durch individuelle Lern- und Förderangebote ermöglicht. Dabei kommen sonderpädagogische Methoden wie z. B. Unterstützte Kommunikation, körpereigene Kommunikationsmittel und Lautsprach-unterstützende Gebärden zum Einsatz. Natürlich wird auch der Gebrauch der aktiven Sprache gefördert und ggf. medial unterstützt.


Schreiben
Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sich durch das Schreiben zusätzliche sprachliche Handlungsmöglichkeiten ergeben. Das Schreiben ermöglicht ihnen, Informationen und Erfahrungen fest zu halten und Gedanken und Gefühle sprachlich zu gestalten. Grundlage für erfolgreiches Schreibenlernen ist die phonologische Bewusstheit, d. h. die Einsicht in die Lautstruktur der Sprache sowie in die Laut-Buchstaben-Entsprechung der Alphabetschrift. Weitere Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb sind Fähigkeiten im Bereich der visuellen Wahrnehmung und der Motorik. Beim Schriftspracherwerb steht der kommunikative Aspekt des Schreibens und Lesens im Vordergrund. Ausgehend von den individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten der Schüler orientieren wir uns im Schriftspracherwerb an einem erweiterten Lese- und Schreibbegriff. Der erweiterte Lesebegriff umfasst 6 Lesestufen: das Lesen von Situationen, von Bildern, von Bildzeichen, von Signalwörtern, von Ganzwörtern sowie von Schrift.
Der erweiterte Schreibbegriff umfasst mehrere Stufen: das Kritzelstadium, das Schemazeichnen, das Schreiben mit Bild- und Wortkarten, erste Buchstabenschrift und letztendlich die Lautschrift.
Lesen – mit Texten und Medien umgehen
Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass der bewusste Umgang mit unterschiedlichen Texten und Medien Spaß und Vergnügen machen kann und die Möglichkeit bietet, sich mit der Welt auseinander zu setzen. Sie setzen sich in fiktionalen Texten identifizierend oder abgrenzend mit dem Inhalt oder den Protagonisten auseinander und erfahren Sachinhalte durch das Lesen von Sach- und Gebrauchstexten. Sie gehen in handlungsorientierten Unterrichteinheiten auf verschiedenen Ebenen mit dem Text um und präsentieren ihre Ergebnisse, indem sie Texte vertonen, visualisieren oder Textpassagen durch Rollenspiele oder szenische Spiele umgestalten.

Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
In diesem Bereich erlernen die Schüler Methoden, um Sprache zu untersuchen. Es wird ihnen bewusst, dass die Wirkung sprachlicher Mittel dazu beitragen kann, Kommunikationsprobleme zu beseitigen sowie situationsangemessen zu sprechen und zu schreiben. Die Anlässe zur Reflexion resultieren aus lebensnahen oder aus spielorientierten Kommunikationssituationen und finden sich wieder im sprachlichen Handeln.

Organisiert wird der Deutschunterricht in der MBS klassen- bzw. stufenübergreifend und findet mehrmals wöchentlich statt. Hier werden möglichst leistungshomogene Lern- und Fördergruppen gebildet, um den unterschiedlichen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Lernvoraussetzungen der Schüler zu entsprechen.