Medienerziehung

Wir leben alle in einer von Medien gesteuerten und determinierten Welt, oft sind Lebensrhythmus, Einstellungen und Werthaltungen von Menschen medial geprägt. Darüber hinaus sind Medien auch in der Schule heute zu einem festen Bestandteil geworden. Für die soziale Integration ist es für Schüler und Schülerinnen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung von großer Bedeutung Zugang zu den neuen Medien zu haben und mit ihnen umgehen zu können.

Nach einer Erklärung des Kultusministeriums von 1995 soll Schule dazu beitragen, dass „Schülerinnen und Schülern zu einem sachgerechten, selbstbestimmten und sozial verantwortlichen Umgang mit den Medien“ (KMK-Erklärung, 1995) befähigt werden. Es soll ihnen also eine gewisse Medienkompetenz vermittelt werden. Dies kann auch als Ziel der Medienerziehung an der Martin-Buber-Schule verstanden werden. Medien werden hier als Mittel der Information, der Kommunikation, der Unterhaltung und des Lernens definiert. Sie prägen nicht nur die schulische und außerschulische Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, sondern auch deren späteres berufliches und privates Leben.

Medien in der Schule können in zwei Bereiche aufgeteilt werden: In der Medienerziehung werden Medien zum Unterrichtsthema (z.B. Zeitung, Internet, Fernsehen). In der Mediendidaktik werden Medien eingesetzt, um Lehr-/Lernprozesse zu optimieren.

Medienkompetenz

Die Aufgabe an der Martin-Buber-Schule bei der Entwicklung von Medienkompetenz ist die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei der Ausbildung von technologischen Kompetenzen sowie Urteilsfähigkeit und Verantwortungs-bewusstsein im Umgang mit Medien und Informationstechnologien. Dadurch eröffnen sich den Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Lernchancen. Sie sind in der Lage sich in der oftmals komplizierten Medienwelt zu Recht finden. Darüber hinaus lernen die Schülerinnen und Schüler die durch die Medien vermittelten Informationen, Erfahrungen und Handlungsmuster kritisch einzuordnen. Ein weiteres Ziel ist es, dass sich die Schülerinnen und Schüler innerhalb einer von Medien bestimmten Welt selbstbewusst, eigenverantwortlich und produktiv verhalten.

Medienkompetenz ist ein lebenslanger Lern- und Entwicklungsprozess, wobei für unsere sehr heterogene Schülerschaft verschiedene Fähigkeiten entwickelt werden können. Über das Lernen von Ursache-Wirkung-Reaktionen mit der Maus hin zur zielorientierten Mediennutzung. Wichtig dabei ist stets die enge Verknüpfung mit unterschiedlichen Geräten aus dem Bereich der unterstützten Kommunikation. Des Weiteren sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden sich selbstgesteuert, je nach Bedarf Wissen an zu eignen, Informationen aufzunehmen, persönlich aufzubereiten, sie zu nutzen und sie je nach Bedarf wieder weitergeben können

Mögliche Lerninhalte für den Unterricht
• Begegnung von Medien im Alltag
• Technische Handhabung von Medien (z.B. Handy, Fotoapparat, Computer)
• Kommunikation mit Hilfe von Medien (Telefonieren, mailen, Talker-Nutzung)
• Selbstversorgung und Information (Einkaufen, Informationsgewinnung)
• Medien und Freizeit (verschieden Angebote für die Freizeitgestaltung nutzen)
• Dokumentation und Gestaltung mit Hilfe von Medien

Besonders der Computer (bzw. das Notebook) bietet zahlreiche Möglichkeiten für die Integration in den Unterrichtsalltag. So kann er als fester Bestandteil im differenzierten Klassenunterricht, als Medium in der Verwirklichung offener Unterrichtsformen, in der konzentrierten Kleingruppenarbeit oder aber auch in Einzelfördersituationen eingesetzt werden. Darüber hinaus spielt er, wie oben schon erwähnt bei der speziellen Förderung von Schülern mit schwerer Behinderung und bei der speziellen Förderung von Schülern mit einer autistischen Symptomatik in Kombination mit entsprechenden UK-Geräten eine große Rolle. Außerdem stellt das Arbeiten am Computer für viele Schülerinnen und Schüler meist eine große Motivation dar, um sich eventuell auch eher unbeliebten Lerninhalten zu öffnen, bzw. einen neuen Zugang zu finden. Besonders das Programm „Budenberg“ wird sehr gerne von vielen unserer Schülerinnen und Schüler genutzt. Der Computer im Unterricht kann somit als Element von Lernstationen, als Recherche-Medium, als Produktionsmedium, als Kommunikationsmedium und auch als Präsentationsmedium dienen.

Der Medienunterricht der Martin-Buber-Schule nutzt unterschiedliche Lernsoftware die auf den meisten Arbeitsplätzen sowohl an den Klassen Computern als auch auf den Schülerlaptops installiert sind. Diese Programme ermöglichen die Arbeit am Computer auf den unterschiedlichsten Fähigkeitsstufen. Die Software „Catch me“, „Switch Skills“ und „Play with me“ helfen einem beim Lernen von grundlegenden Ursache-Wirkung Erfahrungen mit der Maus bis hin zum gezielten Ansteuern eines Objektes und des Auswählen mit Hilfe des Mausklicks. Darüber hinaus lernen die Schüler die Funktionen des Drag an drop und des Doppelklicks kennen und anwenden. Mit den Programmen „Budenberg“ und „Hanna und Co“ bekommen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit Kulturtechniken am PC zu üben. Des Weiteren haben alle PC und Notebooks das Textverarbeitungsprogramm Word installiert, mit dessen Hilfe die Schülerinnen und Schüler erste Formatierungsauf-gaben von einfachen Texten erlernen und ihre Orientierung auf der Tastatur verbessern können.

Ein besonders wichtiger Punkt bei der Vermittlung von Medienkompetenz ist, die Kompetenz der Lehrkraft. Diese kann nur Inhalte vermitteln, in denen sie sich selbst auskennt. Daher sollte sie über gewisse technische Bedienungskompetenzen verfügen. Auch bei eventuellen technischen Störungen sollte die Lehrkraft kompetent handeln können. Um Störungen zu vermeiden ist es wichtig, alle genutzten Geräte regelmäßig zu warten und zu überprüfen. Ist eine entsprechende Schülerschaft vorhanden bietet es sich durchaus an einigen von ihnen diese verantwortungsvolle Aufgabe teilweise zu übertragen.

Bei der Nutzung des Computers an der Martin-Buber-Schule, so wie an jeder anderen Schule auch, sind das Thematisieren und das anschließende Einhalten verschiedener Computerregeln unerlässlich. Die Computerregeln orientieren sich teilweise an den allgemeingültigen Schulregeln. Die Computerregeln sind im Folgenden kurz aufgelistet:
• Wir gehen vorsichtig mit dem Computer um
• Wir fahren den Computer richtig hoch und runter
• Wir arbeiten nur in Bereichen in denen wir uns auskennen
Im Unterricht werden sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erarbeitet und in visualisierter Form festgehalten.

Um die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler einzuschätzen, möglichen Lernzuwachs nachzuweisen und ihnen einen Leistungsnachweis zu geben gibt es an der Martin-Buber-Schule einen Computerführerschein. Dieser gliedert sich in verschiede Stufen, wobei diese nicht zwangsweise chronologisch durchlaufen werden müssen.