Unterstütze Kommunikation

Als wichtigstes Mittel zur Verständigung mit anderen gilt für die meisten Menschen die Lautsprache. Es gibt aber auch Personen, die sich aus verschiedenen Gründen nicht oder nicht ausreichend mit Hilfe der Lautsprache verständlich machen können.

Ein sonderpädagogisches Fachgebiet, welches sich mit Kommunikationsmöglichkeiten für diese Personengruppe beschäftigt, wird "Unterstützte Kommunikation" genannt.
Unter der Unterstützten Kommunikation (UK) werden alle Kommunikationsformen, Strategien und Techniken verstanden, die eine Erweiterung der kommunikativen Kompetenzen von Menschen, die nicht oder nicht ausreichend über Lautsprache verfügen, beinhalten. UK kann bei Nichtvorhandensein der Lautsprache alternativ zur Sprache eingesetzt werden oder augmentativ, sprachergänzend.

Kommunikationsformen der Unterstützten Kommunikation sind:

Die Förderung im Rahmen der Unterstützen Kommunikation findet zum einen alltags- und unterrichtsimmanent in den Klassen statt. Zum anderen wird sie in Form von Fördermaßnahmen in Einzel- und Gruppensituationen mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen angeboten. Zum Einsatz kommen dabei elektronische wie nichtelektronische Kommunikationshilfen.

In allen Klassen werden visualisierte Hilfen (wie Gegenstände, Fotos, Bilder oder Symbole) zur Auswahl von Personen, Getränken, Nahrungsmitteln, Aktivitäten oder anderen Mitteilungen genutzt. Ihre äußere Form und Komplexität wird den individuellen Fähigkeiten des Schülers angepasst (z.B. Fotoalbum, Tage-/Ich-Buch, Kommunikationstafeln oder -mappen mit Symbolen bis hin zu Buchstabentafeln).

Um dem Bedürfnis von Schülern mit einem erhöhten Förderbedarf nach mehr aktiver Beteiligung im Alltag nachzukommen, wird eine einfache elektronische Hilfe, wie der PowerLink, eingesetzt. An den PowerLink angeschlossene elektronische Geräte wie z.B. ein Mixer, Fön oder ein Kassettenrekorder können über eine Taste an- und ausgeschaltet werden. Ziel ist hierbei die Erfahrung sowie die Einsicht in einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang anzubahnen, um so eine Grundvoraussetzung für Unterstützte Kommunikation zu schaffen. Um den Gebrauch von Schaltern zu üben und motivierende Lernsituationen zu ermöglichen, kann auch ein batteriebetriebenes Spielzeug mit einem Batterieunterbrecher versehen werden, was ebenfalls über eine Taste in Gang gesetzt werden kann.

In den Klassen werden auch elektronische Kommunikationsmittel mit einer einfachen Sprachausgabe, ein so genannter BigMack, Step-By-Step oder ITalk2. Auf ein solches Gerät mit einer bis zwei Tasten können eine oder mehrere Aussagen aufgesprochen werden. Unterstützt kommunizierende Schüler können sich damit mitteilen, z.B. Aufträge erledigen (Geschirr in der Küche oder Post im Sekretariat holen), Informationen, Witze, Erlebnisse und andere Mitteilungen ihrem Umfeld vermitteln. Durch das Abrufen von Aussagen wird den Schülern ein Sprachhandeln ermöglicht sowie zum Aufbau eines Symbolverständnisses und der Anbahnung einer Entscheidungsfähigkeit beigetragen.